G-R-L Saison 2011/2012: Großer Preis von Singapur -Das Rennen-

10.01.2012 22:30 von Peter Heene

Rennkommentator J. Vogel zeigt, dass er es noch drauf hat!

[10.01.2012 von -phee] Er macht Rennpause und kommentiert die Rennen der German-Racing-League im Livestream, aber so richtig ablassen kann er vom Simracing nicht - und das zu Recht! J. Vogel gewann als Ersatzfahrer für P. Grau im Lotus-Renault den Großen Preis von Singapur in der G-R-L, gefolgt von den beiden Force-India Piloten P. Heene und T. Grzella. Überflieger D. Wrabetz konnte trotz überlegender Leistung in der Qualifikation und einer Rennpace – nicht von dieser Welt – nur einen sechsten Platz verbuchen. Aber der Reihe nach…

 

Die Pole-Position sicherte sich D. Wrabetz überlegen mit 1:34.467 mit fast eine Sekunde Vorsprung vor dem zweitplatzierten J. Vogel im Lotus-Renault. HRT-Pilot M. Welle zeigte trotz weniger Testkilometer eine souveräne Leistung und sicherte sich den dritten Platz, vor dem etwas enttäuschenden Japan-Sieger P. Heene im Force-India.

 

Der Rennstart war dann ganz im Sinne von S. Parzanka. Der Lotus-Renault Pilot legte einen Wahnsinns-Start hin und machte drei Positionen auf der kurzen Geraden bis zur ersten Kurve gut. An der Spitze blieben die Positionen bezogen, D. Wrabetz vor J. Vogel. Enttäuschend Force-India Pilot P. Heene – dieser verlor drei Plätze und musste sich auf Position 7, hinter seinem Teamkollegen T. Grzella einordnen.

 

 

In den ersten Runden war mächtig Spannung geboten. M. Welle im HRT verbremste sich Ende des zweiten Sektors, so dass sein Teamkollege R. Niemann vorbeigehen konnte. Darauf erhöhte T. Grzella ebenfalls den Druck und kassierte M. Welle in Runde 2. H. Wollert setzte seinen Mercedes-GP in Runde 2 in die Leitplanken, zugunsten von J. Dreier im Red-Bull, der dadurch eine Position gut machen konnte. M. Welle leistete sich kurz darauf einen Dreher, der P. Heene die Möglichkeit zum Überholen bot. Der HRT-Pilot klagte nach dem Rennen über ein nichtgeladenes Setup des Autos; nach dem Dreher konnte er das Rennen auf Position 7 fortsetzen. An der Spitze setzen D. Wrabetz und J. Vogel sich bereits ab.

 

 

Das frühe Aus ereilte dann in Runde 6 C. Vassallo im Williams-Cosworth. Bereits in der Einführungsrunde schlug der Williams-Pilot mit italienischen Wurzeln in die Streckenbegrenzung und fiel durch einen Reparatur-Stopp weit zurück. Ein weiterer heftiger Einschlag bedeutete dann aber das endgültige Aus.

 

Im Mittelfeld wurde nach knapp 10 Runden heftig um die Positionen gekämpft. R. Niemann im HRT erhöhte den Druck auf S. Parzanka. Dahinter wartete P. Heene auf Position 5 nur auf einen Fehler der Fahrer vor ihm. Den Gefallen tat ihm dann letztendlich R. Niemann, auch Heene’s Teamkollege T. Grzella zog mit. In den folgenden Runden holten die Force-India Piloten auf S. Parzanka auf, aber trotz eines Einsatzes von DRS war es nicht möglich den Lotus-Renault zu überholen.

 

In Runde 14 erledigte J. Vogel den ersten regulären Boxenstopp. Das Thema „Reifen“ war bereits in der Trainingsphase heiß diskutiert worden. D. Wrabetz im Mercedes-GP konnte zwei Runden länger fahren und war zu diesem Zeitpunkt schon mit viel Vorsprung zu J. Vogel unterwegs.

 

Nach einem kleinen Fahrfehler von S. Parzanka, konnte P. Heene mittels KERS-Einsatz am Lotus-Renault vorbeiziehen. Die Spitze war zu diesem Zeitpunkt jedoch uneinholbar. Ebenfalls stark zu diesem  Zeitpunkt unterwegs, J. Dreier im Red-Bull auf Position 6 vor beiden HRT-Piloten.

 

Ab Runde 24 begann es wieder chaotisch zu werden im Beton-Geschlängel von Singapur. Der weit in Führung liegende D. Wrabetz kollidierte, ausgelöst durch ein überbremsendes Heck, mit der Streckenbegrenzung, konnte das Rennen jedoch ohne Reparatur-Stopp fortsetzen. In der gleichen Runde ein weiterer Einschlag von S. Parzanka auf Position 5; er musste an die Box eine neue Fahrzeugnase anbringen lassen.

 

 

Zwei Runden später erneut Aufregung am Mercedes-GP Stand: D. Wrabetz verliert beim Beschleunigen die Kontrolle und trifft mit dem Heck die Mauer. Die Folge ein Plattfuß, ein Boxenstopp war nun Pflicht. An der gleichen Stelle erwischte es den bisher fehlerfrei fahrenden M. Pattberg im Toro Rosso. Im Chaos setze R. Niemann ein erfolgreiches Überholmanöver gegen J. Dreier – der HRT-Pilot damit auf Position 5.

 

In Runde 26 kam es zu einem weiteren Zwischenfall. M. Pattberg leistete sich einen weiteren Dreher und stand Mitte der Geraden vor der Anfahrt auf die Schikane. T. Grzella – zu diesem Zeitpunkt auf Position 3 unterwegs – konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und kollidierte mit dem Toro Rosso. Ein schwerer Schaden am Force-India war die Folge, glücklicherweise konnte Grzella die Fahrt aber fortsetzen. Durch seinen Reparaturstopp verlor er jedoch seinen Rang an den immer besser in Fahrt kommenden R. Niemann.

 

 

Die Zeitenmonitore zeigten eine schnelle Runde nach der anderen des reparierten Mercedes-GP von D. Wrabetz an. Dieser war nun auf J. Vogel aufgeschlossen und bereitete seinen Angriff auf den Führenden vor. In Runde 33 war es jedoch wieder ein Problem beim Beschleunigen, dass Wrabetz eine weitere Berührung mit der Betonmauer bescherte. Auch S. Parzanka hatte ähnliche Probleme, beschädigte den Lotus-Renault jedoch so stark, dass sein Rennen zu diesem Zeitpunkt beendet war.

 

D. Wrabetz kämpfte! Er schleppte den Mercedes-GP erneut zum Boxenstopp und begann erneut die Aufholjagd. Bei einem Überholversuch in der DRS-Zone kam es jedoch zur Kollision mit dem Drittplatzierten T. Grzella. Der Force-India Pilot trug keinerlei Schaden davon, für D. Wrabetz endete das Manöver erneut in der Mauer. Wrabetz muss vor Wut im Cockpit geschäumt haben und hätte guten Grund gehabt das Rennen vorzeitig zu beenden, aber weit gefehlt. Nach einem weiteren Boxenstopp ging er erneut auf Aufholjagd.

 

An der Spitze waren die Positionen bezogen. J. Vogel setze in Runde 46 zu seinem letzten Boxenstopp an, P. Heene auf Position 2 war außer Schlagdistanz. Beide Piloten fuhren kontrolliert und bisher fehlerfrei dem Ziel entgegen.

 

Fünf Runden vor Rennende war es wieder der Mercedes-GP von D. Wrabetz, der sich auf der Strecke drehte und unsanft die Mauer berührte. Ein erneuter Reparaturstopp kostete ihn jetzt sogar noch den fünften Platz. J. Dreier aus Berlin fuhr mit einer kontrollierten Fahrt am Mann aus Frankfurt vorbei.

 

So gab es am Ende keine weiteren Überraschungen mehr. J. Vogel holte sich verdient den Sieg mit einer fehlerfreien Fahrt, vor den beiden Force-India Piloten P. Heene und T. Grzella, die damit ihr bisher bestes Saisonergebnis einfuhren. Unauffällig R. Niemann auf Position 4 – wertvolle Punkte für den HRT-Piloten. Ein starker fünfter Platz für J. Dreier im Red-Bull, Platz 6 für D. Wrabetz nach einem Rennen, in dem wirklich gar nichts mehr gelingen wollte; vor Rennstart und praktisch fast bis Rennhalbzeit war er der sicher geglaubte Sieger auf diesem Kurs! Keinen besseren Abend erlebte M. Welle auf Position 7, H. Wollert im Mercedes-GP auf P8 war ebenfalls Stammgast in der Boxengasse. Die letzten beiden Punkte gingen an S. Parzanka im Lotus-Renault.

 

 

In zwei Wochen starten die Piloten auf der Fahrerstrecke Spa-Francorchamps in Belgien. Ein Saison-Highlight für fast alle Fahrer der G-R-L. Hier gibt es wieder etwas mehr Auslaufzonen, allerdings werden wir dort ganz andere Höchstgeschwindigkeiten sehen als in Singapur und bei Tempo 320 km/h reicht auch die größte Auslaufzone nicht aus. Ein spannendes Rennen ist garantiert!

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